Viele Nachbarinnen und Nachbarn nutzten die Gelegenheit, sich bei unserem Kiezspaziergang zu den geplanten Bauarbeiten um die Schönhauser Allee und den Arnimkiez zu informieren und ihre Fragen einzubringen. Gemeinsam mit Katja Ahrens, Sprecherin für Mobilität der SPD Fraktion Pankow, haben wir uns vor Ort ein Bild gemacht und über den aktuellen Stand in Sachen Ersatzneubau der Schönhauser-Allee-Brücke, Kiezblock und Schönfließer Brücke berichtet.
Kiezblock im Arnimkiez
Seit vielen Jahren warten Anwohnenden nun schon auf den geplanten Kiezblock im Arnimkiez. Klar ist: Die Planungen sind inzwischen deutlich konkreter als die bislang öffentlich bekannten Kurzinfos vermuten lassen. Ein Zwischenbericht aus dem Frühjahr 2026 beschreibt ein dreistufiges Verkehrskonzept, das auf Verkehrserhebungen, Anwohnendenbeteiligung und Kinderbeteiligung basiert. Einen verbindlichen Termin für die Umsetzung gibt es jedoch weiterhin nicht.
In einer ersten Stufe sollen unter anderem Einbahnstraßen, eine Fahrradzone sowie eine Sackgasse in der Paul-Robeson-Straße den Durchgangsverkehr reduzieren. Spätere Ausbaustufen sehen zusätzliche Modalfilter und Diagonalsperren vor, um das Durchqueren des Kiezes mit dem Auto unattraktiver zu machen. Langfristig könnten einzelne Straßenabschnitte zu Aufenthaltsflächen mit mehr Platz für Fußverkehr, Begrünung und Spiel umgestaltet werden.
Hintergrund der Planungen sind Untersuchungen, die einen hohen Anteil an motorisiertem Durchgangsverkehr im Arnimkiez nachgewiesen haben. Ziel des Kiezblocks ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität im Wohnquartier zu verbessern, ohne die Erreichbarkeit für Anwohnende, Lieferverkehre sowie Einrichtungen wie Kitas und Schulen einzuschränken.
Ersatzneubau Schönhauser Allee Brücke
Nach aktuellem Stand beginnen im Herbst 2026 zunächst vorbereitende Maßnahmen der BVG zum Schutz des U-Bahnviadukts. Anschließend folgen Leitungsarbeiten verschiedener Versorgungsunternehmen. Der eigentliche Abriss der bestehenden Brücke ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Die Fertigstellung der neuen Brücke wird derzeit ab 2030 erwartet. Weitere Arbeiten, insbesondere am Fußgängertunnel zwischen U- und S-Bahn, sollen voraussichtlich bis 2032 andauern.
Größere Einschränkungen bei U- und S-Bahn über die bereits bekannten Sperrungen hinaus sind derzeit nicht geplant. Besonders betroffen ist allerdings die Straßenbahnlinie M1: Sie wird für etwa vier Jahre unterbrochen, dafür wird ein Schienenersatzverkehr zwischen U Schönhauser Allee und U Vinetastraße eingerichtet, der unter anderem durch die Schivelbeiner Straße führen wird. Fuß-, Rad- und Autoverkehr sollen während der gesamten Bauzeit grundsätzlich möglich bleiben, allerdings ist hier mit Umleitungen und dem Wegfallen einer Fahrspur zu rechnen.
Eine Präsentation der Senatsverwaltung mit Visualisierungen des Bauvorhabens sowie ein Mitschnitt der Informationsveranstaltung sind weiterhin online verfügbar. Zudem habe ich die Senatsverwaltung im Rahmen einer Schriftlichen Anfrage zu den Planungen befragt; die Antworten können öffentlich eingesehen werden.
Leider muss auch der beleibte Kettwurst-Imbiss Alain‘ Snack mit dem Brückenabriss weichen, da sich dieser unmittelbar auf der Brück befindet. Bis Dezember habt ihr noch Gelegenheit hier eine Kettwurst zu essen. Das Team will aber auch während der Bauzeit mit einem mobilen Stand seine Kettwurst anbieten und das nach Abschluss der Bauabreiten den Imbiss wieder errichten – samt Mosaik.
Neubau Schönfließer Brücke
Auch die Sanierung der Schönfließer Brücke steht bevor. Die heutige Fußgängerbrücke soll durch eine moderne Fuß- und Radwegbrücke ersetzt werden und die direkte Verbindung zwischen Sonnenburger Straße und Schönfließer Straße wiederherstellen. Fuß- und Radverkehr werden künftig getrennt geführt, um dem hohen Nutzungsaufkommen gerecht zu werden. Die Bauarbeiten sind derzeit für die Jahre 2027 bis 2028 vorgesehen. Nach aktuellem Planungsstand bleibt die bestehende Brücke während der gesamten Bauzeit nutzbar, sodass es keine dauerhaften Einschränkungen für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende geben soll.
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt lädt hierzu am 23. Juni zu einer Informationsveranstaltung ein, zu der sich alle Interessierten anmelden können.
